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Branchenlage Apotheken: Halbjahresbilanz 2018 und Ausblick 2019

Sieht man sich die Zahlen des ersten Halbjahres an, zeigt sich, dass – insgesamt betrachtet – 2018 vermutlich kein schlechtes Jahr für die Apotheken wird.
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Sowohl im OTC-Segment als auch bei den rezeptpflichtigen Arzneimitteln steigen die Umsätze im Bundesdurchschnitt um knapp 4 Prozent. Die Abwanderung in den Versand ist vorhanden, doch wird sie bislang durch das RX-Grundwachstum, aber auch die starke Erkältungs- und Grippewelle des Frühjahres kompensiert. Jedoch ist schon die Umsatzentwicklung keinesfalls gleichförmig, denn der Markt entwickelt sich auseinander: Während 70 Prozent der Betriebe ein Umsatzplus haben, haben gleichzeitig 30 Prozent ein Umsatzminus. Und: Das Umsatzplus der Durchschnittsapotheke (41 000 Euro) ist zu einem Viertel schließungsbedingte, brancheninterne und kostenträgerneutrale Umsatzumverteilung.

Unter Berücksichtigung des erhöhten Wareneinsatzes und der gestiegenen Personal- und sonstigen Betriebskosten ergibt sich für das erste Halbjahr bei der Durchschnittsapotheke beim Vor-Steuer-Betriebsergebnis ein Plus von 6000 Euro. Allerdings ist auch hier die Marktspreizung relevant: Etwa 20 Prozent der Betriebe befinden sich mit einer Umsatzrendite von weniger als 4 Prozent im betriebswirtschaftlich kritischen Bereich.

Der Ausblick auf 2019 ist alles andere als einfach. Würde der GroKo-Vertrag exakt umgesetzt, wäre die Perspektive für die Apotheken durchaus spannend und chancenreich: Ein RX-Versandverbot würde dem eRezept die Bedrohlichkeit nehmen. Die zusätzliche entschlossene Umsetzung des nationalen Aktionsplans zur Arzneimittel-Therapie-Sicherheit (AMTS) würde eine telematikgestützte pharmazeutische Erweiterung der Aufgaben und Verantwortung der Offizinapotheker ermöglichen.

Doch ob die Realität, die der Bundesgesundheitsminister beim DAT 2018 in München für Ostern 2019 skizzierte, so aussehen wird, ist derzeit unklar. Minister Spahn hat zwar zugesagt, dass es – solange er Gesundheitsminister sei –, weder Fremd- noch Mehrbesitz gäbe. Doch ein RX-Versandverbot ist wohl in sehr weite Ferne gerückt, und für die weiteren Themenbereiche hat er lediglich offene Gespräche angekündigt, in denen ein pharmapolitisches Gesamtpaket entwickelt wird, das bis Ostern schon in der zweiten oder dritten Lesung des Bundesstages sein solle.

Anders gesagt: Wie auch immer die pharmapolitische Agenda des Jens Spahn aussehen wird: Nach dem jetzigen Stand ist davon auszugehen, dass sie bis Weihnachten 2018 weitgehend konturiert sein wird und ab Januar 2019 ins parlamentarische Verfahren geht. Ein Inkrafttreten ist also ab dem zweiten Halbjahr 2019, vermutlich aber eher zum Jahresbeginn 2020 möglich.

07.12.2018
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