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»Familienfreundlicher Arbeitgeber«

Gute Gründe für das Qualitätssiegel
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In der Treuhand Aktuell, Ausgabe 3/2017, hatten wir bereits einen Artikel zur Arbeitgeberattraktivität veröffentlicht. Die darin beschriebenen Kriterien, die Sie als Arbeitgeber attraktiv machen, sind vielfältig. Im folgenden Artikel konzentrieren wir uns auf ein besonderes Attraktivitätsmerkmal, nämlich die »Familienfreundlichkeit«. 

Befragungen bei Apothekenmitarbeiter/innen haben ergeben, dass die Familienfreundlichkeit eines der meistgenannten Kriterien zur Arbeitgeberattraktivität ist. Ob sich potentielle Mitarbeiter für oder gegen ein Arbeitsplatzangebot entscheiden, hängt von der Familienfreundlichkeit der Apotheke ab. Viele Arbeitgeber haben die Vorteile einer familienfreundlichen Personalpolitik erkannt und messen ihr einen hohen Stellenwert bei. Gerade in den inhabergeführten, kleinen und mittelständischen Unternehmen, wozu die Apotheken gehören, wird Familienfreundlichkeit – auch ohne Siegel – ganz selbstverständlich gelebt. In vielen Apotheken fehlt es aber oftmals an gezielten Strategien, um sich als attraktiver Arbeitgeber gegenüber den Mitarbeiter/innen und im Wettbewerbsumfeld der konkurrierenden Apotheken zu positionieren.

Hier setzt das Qualitätssiegel »Familienfreundlicher Arbeitgeber« der Bertelsmann Stiftung an. Dieses Instrument unterstützt unsere Mandanten dabei, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nach innen zu leben und nach außen zu repräsentieren. Nachdem der hierfür erforderliche Bewerbungsprozess erfolgreich abgeschlossen wurde, ist die Treuhand Hannover nun dazu berechtigt, das Prüfverfahren zur Vergabe des Qualitätssiegels nach den Standards der Bertelsmann Stiftung durchzuführen. Wird im Rahmen des Prüfverfahrens festgestellt, dass die spezifischen Kriterien erfüllt werden, steht der Erteilung des Siegels nichts mehr im Wege.

Das Prüfverfahren im Überblick
Das Prüfverfahren kann in einem Zeitraum von ein bis vier Monaten durchlaufen werden und beinhaltet in dieser Zeit fest vorgegebene Prozessschritte (s. Abbildung 1). 

Das Ergebnis für die Prüfung, Bewertung und Auszeichnung familienbewusster Personalpolitik ist das Qualitätssiegel »Familienfreundlicher Arbeitgeber«.

Zertifizierungsprozess – Was passiert in der Prüfphase?

Schritt 1: Bestandsanalyse aus Sicht der Mitarbeiter
Ein anonymisierter Mitarbeiterfragebogen (22 Fragen) – online oder in Papierform – dient der Einschätzung und Bewertung der Familienfreundlichkeit im Betrieb.

Schritt 2: Bestandsanalyse aus Sicht des Arbeitgebers
Der Arbeitgeberfragebogen listet die Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch die Apothekenleitung auf und gibt eine Selbsteinschätzung wieder.

Schritt 3: Strategie-Entwicklung/-festlegung
An einem Vor-Ort-Termin (zum Beispiel an einem Team-Abend) werden die Ergebnisse präsentiert. In Einzelinterviews und einem Gruppengespräch diskutieren Apothekenleitung und Mitarbeiter die Ergebnisse. Ziel des Vor-Ort-Termins beziehungsweise Workshops ist es, sich gemeinsam auf eine realisierbare Strategie zur Weiterentwicklung der Familienfreundlichkeit zu verständigen.

Zertifizierungsprozess – Was passiert in der Bewertungsphase?
In dieser Phase nimmt der Prüfer der Treuhand Hannover eine Bewertung der Familienfreundlichkeit für die oben genannten fünf Handlungsfelder in der auszuzeichnenden Apotheke vor. Die Bewertung der fünf Bereiche erfolgt auf Grundlage folgender Fragen:

Der Hauptteil der Fragen und Diskussionspunkte bezieht sich auf folgende Handlungsfelder:

  • Unternehmens- und Führungskultur,
  • Kommunikation,
  • Arbeitsorganisation,
  • Unterstützungsangebote sowie
  • Strategie und Nachhaltigkeit

Unternehmens- und Führungskultur: Wie glaubwürdig und verbindlich wird Familienfreundlichkeit gelebt? Engagiert sich die Apothekenleitung in dieser Sache – wenn ja, wie?

Kommunikation: Gibt es ein vertrauensvolles Kommunikationsklima, in dem Grundsätze wie Verschwiegenheit, Respekt und lösungsorientierter Dialog berücksichtigt werden.

Arbeitsorganisation: Welche Möglichkeiten haben die Mitarbeiter, ihre Arbeitszeit an familiäre Anforderungen anzupassen? Können sie beispielsweise ihren Arbeitseinsatz in Abhängigkeit ihrer familiären Verpflichtungen anpassen?

Unterstützungsangebote: Was für Angebote gibt es, um Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf praktisch zu erleichtern? Ob ein Zuschuss zur Kinderbetreuung oder der familienfreundliche Personaleinatz –, die konkreten Möglichkeiten sind vielfältig.

Strategie und Nachhaltigkeit: Wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie konsequent und vorausschauend vorangetrieben? Spielt Familienfreundlichkeit strategisch im Personalmanagement und im Marketing als Wettbewerbsfaktor eine Rolle? Werden andere wichtige Bereiche – beispielsweise Gesundheit und Demographie – mit einbezogen?

Die genannten Handlungsfelder werden bei der Bewertung unterschiedlich gewichtet. Zentrale Bedeutung haben mit einem Bewertungsanteil von jeweils 30 Prozent die Unternehmens- und Führungskultur sowie gut funktionierende Kommunikationsstrukturen (s. Abbildung 3).

Fakt ist, dass branchenspezifische Rahmenbedingungen eine familienbewusste Personalpolitik erschweren können. So arbeiten beispielsweise Pflegedienste im Schichtbetrieb, oder in einer Apotheke ist Heimarbeit nicht möglich. Deshalb wird jeder Arbeitgeber mit seiner Apotheke im Rahmen des Siegelprozesses auf der Grundlage seiner individuellen Situation und seiner Entwicklungsmöglichkeiten bewertet. Unter Berücksichtigung von Betriebsgröße, branchenspezifischen Rahmenbedingungen, strukturellem Umfeld und arbeitgeberunabhängigen Faktoren ist die entscheidende Bewertungsgröße das gute, positive Arbeitsumfeld, in dem alle gemeinsam das Beste geben, um das Betriebsziel zu erreichen. Dokumentiert wird, in welcher Form der Arbeitgeber den Bedürfnissen seiner Mitarbeiter entgegenkommt und wie viele Maßnahmen hierzu umgesetzt werden. Im Kern geht es also um eine

  • gute, aktiv gelebte Unternehmenskultur.
  • gesunde Führungskultur und offene Kommunikation.

Diese zwei Bereiche werden im Kriterienkatalog besonders gewichtet und stehen im Mittelpunkt der Bewertung. Ins Prüfverfahren einbezogen sind neben der Familienorientierung auch Themen wie das betriebliche Gesundheitsmanagement  und Herausforderungen, denen sich die Arbeitgeber aktuell und zukünftig aufgrund des demographischen Wandels stellen müssen.

Zertifizierungsprozess – Die Qualitätssiegel-Verleihung
Auf der Basis des abschließenden Endberichts und der Empfehlung des Prüfers entscheidet ein Expertengremium der Bertelsmann Stiftung über die Zuerkennung des Qualitätssiegels »Familienfreundlicher Arbeitgeber«. Arbeitgeber, die mit dem Siegel ausgezeichnet werden, verfügen über ein aussagekräftiges Kommunikationsinstrument. Es ist besonders gut für die positive Darstellung nach innen und nach außen geeignet. Denn es gibt für ausgezeichnete Arbeitgeber:

  • ein Plexiglasschild zur öffentlichkeitswirksamen Außenwerbung,
  • eine Urkunde über die Verleihung des Siegels,
  • eine Grafikdatei mit dem Siegellogo in druckfähiger Quali­tät.

Außenwirkung des Qualitätssiegels
Mit der Montage des Siegelschildes und der Nutzung des Siegellogos als Ausdruck auf dem Briefpapier, in Broschüren und anderen Printmedien oder auf der Internetseite positioniert sich die Apotheke als familienbewusster Arbeitgeber. Das stärkt die Identifikation des Teams und wirkt attraktiv auf potenzielle neue Fach- und Führungskräfte. Die ausgezeichneten Arbeitgeber werden einmal im Jahr von der Bertelsmann Stiftung zu einem zentralen Festakt eingeladen. Dabei profitieren sie von der positiven Präsenz in der Presse und vom professionellen Austausch unter den Teilnehmern.

Das Siegel hat eine Gültigkeit von drei Jahren und kann durch ein Erneuerungsverfahren, vergleichbar mit dem Aufwand des Erstverfahrens, verlängert werden.

Fazit
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie steht bereits bei vielen unserer Mandanten an hoher Stelle, so dass unterschiedliche Einzelmaßnahmen für die Mitarbeiter angeboten werden. Wichtig ist, das Attraktivitätsmerkmal »Familienfreundlichkeit« weiterzuentwickeln, strategisch zu etablieren und zu kommunizieren, nach dem Motto »Tue Gutes und rede darüber«.

  • Apotheken, die ihr familienfreundliches Engagement mit dem Qualitätssiegel transparent machen, profitieren in vielfältiger Weise:
  • Familienfreundliche Arbeitgeber sind attraktiv für qualifizierte Fachkräfte – ein Vorteil für die Gewinnung neuer Mitarbeiter und die Bindung der bereits vorhandenen.
  • Familienfreundliche Arbeitgeber haben motivierte Beschäftigte. Die Wertschätzung der Mitarbeiter in ihren jeweiligen Lebensphasen ist Grundlage für eine vertrauensvolle und produktive Zusammenarbeit.
  • Familienfreundliche Betriebe besitzen ein hohes Ansehen in der Öffentlichkeit. Sie demonstrieren Weitsicht und Verantwortung durch familienfreundliche Maßnahmen – und erreichen damit auch eine bessere Kundenbindung.

Die Treuhand Hannover (Anke Kunigkeit) beantwortet Ihre Fragen rund um das Thema Arbeitgeberattraktivität. Gerne begleiten und unterstützen wir Sie auf dem Weg zur Zertifizierung des Qualitätssiegels »Familienfreundlicher Arbeitgeber«. Und falls Ihnen zur Familienfreundlichkeit noch einige Aspekte fehlen, machen wir Sie fit für den Zertifizierungsprozess, um das Qualitätssiegel zu erreichen. Der Beratungsprozess dauert ein bis vier Monate, und das Honorar richtet sich nach dem Zeitaufwand. Die Kosten sind im Rahmen einer Personal- und Organisationsberatung förderfähig. Sprechen Sie uns einfach an oder besuchen Sie unseren Workshop auf dem Treuhand Dialog in Frankfurt (21.  bis 22. September 2018) zum Thema »Arbeitgeberattraktivität – Wieso, weshalb, warum?«

03.12.2018
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